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Viele Schüler lieben das Fach

Zeitungsbericht über den Lateintag

„Max, wir stecken dich jetzt in eine Zeitmaschine und lassen 2000 Jahre vergehen“, sagt Mario Becker auf der Bühne des Wirsberg-Gymnasiums. Am Schnupper-Nachmittag „Latein“ für Grundschüler zeigt der Archäologe und Museumspädagoge den Dritt- und Viertklässlern, wie ein Kastell am Limes aussah.

„Kaum zu glauben, dass die Römer ihre Gladiatoren mit Graffiti an die Wände malten“, ist auf einer Tafel in der Aula des Wirsberg-Gymnasiums zu lesen. Kinder drängen sich in Scharen mit ihren Eltern zu den vielen Aktions-Ständen, die alle um das Thema Latein kreisen. Veranstalter des Nachmittags für alle Grundschulen ist die „Fachgruppe Latein in Unterfranken im Bayerischen Philologenverband“, Förderer ist die „Landesgruppe Alte Sprachen“.

Mit ihrer großen Schwester besucht Victoria Hagen die Veranstaltung und lässt sich als römische Braut einkleiden: in Orange-Weiß mit Mütze und Schleier. Kunstvoll zaubern Mitarbeiter des Friseurs Georg Titze Frisuren mit edlen Locken. Die Zehnjährige fühlt sich sehr erleichtert, als sie das Kostüm wieder ablegen kann: „Der viele Stoff war schwer zu tragen, ich bin froh, wieder in meinen Jeans zu stecken.“

„Die Römer hätten auch Würzburg gerne römisch gemacht“, sagt Mario Becker und zeigt in einer Bild-Präsentation den Limes. Mit ihren Katapulten und Ballisten seien die alten Römer „sehr gute Techniker“ gewesen, so der Museumspädagoge, der auf der Saalburg tätig ist.

„Ich kann Einblicke ins römische Leben gewinnen und sinnlich begreifen, wie die Menschen damals gelebt haben“, sagt Regina Hock begeistert, die mit ihrer Tochter aus Oberaltertheim gekommen ist. – „Wenn ich mit Eltern von Grundschülern über den Latein-Unterricht spreche, höre ich sehr viele Vorurteile, die vielleicht vor 50 Jahren zutrafen, aber heute nicht mehr stimmen“, sagt Birgit Schaible, die am Wirsberg-Gymnasium Latein unterrichtet und den Info-Nachmittag organisiert hat.

„Das Fach ist nicht schwieriger als andere Fächer auch“, so Schaible. Viele glaubten, es würde stupide übersetzt und gelernt. Doch die Lateinlehrerin ist sich sicher: „Viele Schüler lieben das Fach!“ Die lateinischen Schulbücher seien heutzutage mit vielen Bildern ausgestattet und enthielten kindgemäße Geschichten.

„Wenn Kinder die lateinische Sprache lernen, üben sie Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit im Unterricht“, weiß Schaible. Latein trainiere das logische und wissenschaftliche Denken, es fordere gleichzeitig den Gebrauch der deutschen Muttersprache und lege Grundlagen für die romanischen Sprachen. „Die Schüler setzen sich mit der griechisch-römischen Kultur auseinander und erhalten dadurch ein tieferes Verständnis für die Wurzeln des heutigen Europa“, so die Lehrerin.